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Urban Jarnik
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Urban Jarnik (1784 - 1844) ist der bedeutendste Vertreter der slowenischen Romantik in Österreich. Nach ethnologischen Studien über seine Gailtaler Heimat und dem Studium der Theologie in Klagenfurt und Graz trat er mit den führenden slowenischen Literaten Janez Primic, Bartolomäus Kopitar, Valentin Vodnik, Matija Cop, Martin Anton Slomöek und France Preöeren, aber auch mit den kroatischen Illyristen Ljudevit Gaj und Stanko Vraz, dem Slowaken Pavel J. Safarik und dem russischen Slawisten Ismail Sreznevskij in Kontakt. Seit seiner Kritik an der Germanisierung Kärntens (1826) kam es zum Bruch mit den deutschnationalen Kreisen um die 'Carinthia'. In der letzten Phase seines Lebens trat er für die Schaffung einer gemeinsüdslawischen Schriftsprache ein und beeinflusste in dieser Hinsicht auch seinen Schüler Matijar Majar-Zijlski und die Bewegung um die Revolution von 1848. Nach der Veröffentlichung des Slawenkapitels aus Herders 'Ideen' in der Klagenfurter Zeitschrift 'Carinthia' traf Jarnik in Klagenfurt mit dem serbischen Patriarchen Lambrovic zusammen, von dem er einige Texte für sein erstes slowenisches Jugendbuch 'Sber lepih ukov sa slovensko mladino' ('Kleine Sammlung schöner Lehren für die slowenische Jugend', 1814) erhielt. Als Romantiker beschäftigte er sich mit der Frühgeschichte der Slowenen und veröffentlichte 1820 die Studie 'Samo, König der Karantaner Slawen'. Im Sinne Kopitars war er ein Anhänger der 'pannonisch-karantanischen Theorie', die die Entstehung der südslawischen Sprachen in Zusammenhang mit dem Kirchenslawischen und den 'Freisinger Denkmälern' sah. Er äußerte sich 1822/23 zur Reform der slowenischen Schreibweise und wandte sich der Etymologie zu. Ausgewählte Briefe Jarniks an Kopitar, Safarik sowie autobiografische Fragmente, Briefe von Primic, Preöer en und Sreznievsky, in denen über ihre Begegnung mit dem Priesterdichter berichtet wird, runden das Bild mit einer Biographie ab. Die Herausgabe des Werkes ist vor allem deswegen von Bedeutung, weil in Jarniks Heimat, im Gailtal, seine Muttersprache fast ausgestorben ist. Theodor Domej untersucht in seiner Studie Jarniks Beitrag bei der sprachlichen Normierung der slowenischen Sprache in Kärnten.

Anbieter: Thalia AT
Stand: 25.09.2020
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